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Geschichte

Ortsteil Höfen

Spezielles aus der älteren Geschichte Höfens ist wenig bekannt. Im Mittelalter gehörte das Land zur Freiherrschaft Strättligen, wobei auch das Chorherrenstift Amsoldingen Rechte hatte. «Uf dr Burg» zeugt die zum Schloss Amsoldingen gehörende Burgruine «Jagdburg» noch heute von dieser Zeit. Urkundlich begegnet man Örtlichkeiten wie Pinsern, Wachtbühl, Kalchmeder, Riedern, Burggut, Berg, Mergel, Breitenried, Kistlern, Schindlern, Stadelacker, Spek, Amerlishofstatt, Muttin, Mettenbühl, Honbühl, Hammerslehn, Gländ, Zwischenseen und genannt werden die heutigen Neuenschwander bereits 1350 als «Schwanden». Ob die im Jahrzeitenbuch des Münsters vorkommenden «Johannes ob Honbühl» und die «Ankina» die Vorfahren der heutigen Burgergeschlechter wie die der Anken waren, ist nicht mehr mit Sicherheit zu ermitteln. 1539 kam es zu einem Streit zwischen den «Dorfleuten von Ansoltingen» und den «Leuten auf den Höfen» um die Allmend. Unter den Schultheissen von Thun wurden darauf die Grenzen neu gezogen und Höfen ist seither eine selbständige Gemeinde. Treu geblieben ist man lediglich der Kirche, die Gemeinde Höfen gehörte damals wie heute zur Kirchgemeinde Amsoldingen.


Die Wohnbevölkerung von Höfen soll vor 100 Jahren bereits einmal weit über 400 Personen betragen haben. Um 1920 ist sie auf 300 Personen abgesunken und ist anschliessend kontinuierlich wieder auf 406 Personen per Ende 2000 angestiegen. Die Landwirtschaft bildet den wichtigsten Erwerbszweig in der Gemeinde. Die meisten Erwerbstätigen aber müssen ihr berufliches Auskommen auswärts suchen, vorwiegend ist dies in der Region Thun, aber auch in Richtung Bern zieht es jeweils morgens nicht wenige. Obwohl die kontinuierliche Entwicklung in den letzten 30 Jahren auch etwas frischen Wind in die dörflichen Strukturen gebracht hat, kann die Bevölkerung von Höfen als traditionell ländlich bezeichnet werden.


Ortsteile Ober- und Niederstocken

Im Jahr 350 brachen die Alemannen in Helvetien ein und drangen bis an die Aare vor. Während etwa 200 Jahren zogen immer wieder Züge von Norden nach Süden. Bald einmal war das Gebiet der Aare ziemlich dicht besiedelt. Die neuen Einwanderer waren nicht überall willkommen. So wandten sie sich dem Nordabgang der Stockhornkette zu, von der sich allerdings ausgedehnte Wälder bis in die Ebene herunter zogen. Eine Gruppe drang rechts einer moosigen und sumpfigen Ebene (heute Reutigmoss) in das Waldgebiet ein, die andere links. Zäh und angriffig, wie die neuen Ansiedler waren, reuteten sie den Wald und gruben Stöcke aus, um Äcker und Weiden anzulegen. Deshalb hiessen die Siedlungen später Stocken und Reutigen. Die erste historische Erwähnung findet sich aus dem Jahre 1309, als "von der burg ze Stocken" die Rede ist. 


Der Stocken wurde ins Gemeindewappen übernommen. Das Blümlein ist eine Erdbeerblüte. Man nimmt an, dass nach der Rodung des Waldes als erste Pflanze die Erdbeerstauden wuchsen. Ober- und Niederstocken waren im Mittelalter mit den benachbarten Orten Höfen und Amsoldingen zu einer Gemeinde vereinigt. Sie war dem Stift der Augustiner Chorherren unterstellt. Dieses führte die Gemeindeverwaltungen und liess durch einen Schultheiss die hohe und niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Die Besitzer der Burg Stocken besassen im Ort selbst keine Herrschaftsrechte. Als gegen das Ende des 15. Jahrhunderts die Propstei Amsoldingen aufgehoben und das Gebiet kirchlich zu Reutigen geschlagen wurde, löste sich der alte Dorfverband auf. Stocken bildete zwei Gemeinwesen. Die hohe Gerichtsbarkeit gelangte über das St. Vinzenzenstift an Bern. 1505 erreichten die beiden Dörfer auf ihr Ansuchen hin den Anschluss an das Untergericht Amsoldingen im Amt Thun. Nach den Wirren der Helvetik wurden Ober- und Niederstocken ins Amt Niedersimmental einverleibt. Durch die kantonale Reform der dezentralen Verwaltung waren sie seit dem 1. Januar 2010 dem Verwaltungskreis Thun zugeordnet.


Gemeindefusion 2014

Nachdem Höfen, Oberstocken und Niederstocken während Jahren an mehreren Fusionsprojekten beteiligt waren, welche aber jeweils aus verschiedensten Gründen scheiterten, beschlossen die Gemeindeversammlungen am 24. Mai 2013 schliesslich den Zusammenschluss der drei Gemeinden zur Einwohnergemeinde Stocken-Höfen. Der erste Gemeinderat in der Geschichte der neuen Gemeinde wurde in einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 9. November 2013 in stiller Wahl als gewählt erklärt. Die Umsetzung der Fusion erfolgte per 1. Januar 2014.

 

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